Kultur plus abseits = Kulturnacht 2018

Installation einer „Platte“ auf dem Domhof

Kulturbegeisterte sollten sich den 25. August rot im Kalender markieren. An diesem letzten Samstag des Monats findet die Osnabrücker Kulturnacht 2018 statt. Für kulturinteressierte Freunde der abseits gibt es dieses Jahr doppelten Grund zur Freude – die Osnabrücker Straßenzeitung abseits ist mit einer Installation am Domvorplatz vertreten. Diese Installation findet im Rahmen der kulturellen Projektförderung des Fachbereichs Kultur zum Kulturextra RAUM 2018 und in Kooperation mit dem Forum am Dom statt.

Sie trägt den Namen, „Abseits – Leben im öffentlichen Raum“ und verfolgt das Ziel, die schwierige Situation wohnungsloser Menschen in Osnabrück sichtbar zu machen. Diese spielt sich zu großen Teilen in öffentlichen Räumen ab – Menschen schlafen unter Brücken, halten sich tagsüber in Gruppen in öffentlichen Grünanlagen auf, sitzen frühmorgens im Bahnhof oder stehen in der Fußgängerzone und verkaufen Zeitungen. Für viele von uns gehören diese Menschen zum vertrauten Umgebungsbild. Dabei fehlen häufig die Fragen danach, warum ein Mensch in der Obdachlosigkeit lebt und wie dieses Leben, abseits von Aussteigerromantik, aussieht. Oft werden wohnungslose Menschen als störend im öffentlichen Umgebungsbild empfunden.

Dabei wird jedoch für diese Menschen mangels Alternativen wie eine eigene Wohnung der öffentliche Raum zum privaten Raum. Die Installation entsteht im Freien, also außerhalb von geschlossenen Räumen, dort wo wohnungslose Menschen leben. Integriert wird sie in einen belebten öffentlichen Raum, den Domvorplatz.

Unter anderem beinhaltet die Installation eine Fotopräsentation. Hier stehen die Schlafstellen, die sogenannten „Platten“  von wohnungslosen Menschen im Mittelpunkt. Die Präsentation zeigt, wie Menschen auf der Straße „Platte machen“, welche Schlafstellen sie wählen. Einen weiteren Bestandteil stellen Fotografien der Aktion ÜberDacht dar. Hierbei solidarisieren sich Osnabrückerinnen und Osnabrücker mit wohnungslosen Menschen und bieten ihre Unterstützung an.

Interessierte haben vom 17.8 bis zum 03.09 die Gelegenheit, die Installation am Domvorplatz zu erleben.

Silke Rosemann